Zweiklassenglauben in Regensburg

Vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 findet in Regensburg der 99. Deutsche Katholikentag statt.

Benedikt Pirk: Weil Religion Privatsache ist

Zu den rund 20.000 Dauerteilnehmern werden noch zahlreiche Tagesbesucher kommen. Das ist eine gute Werbung für die Stadt Regensburg. Scheinbar so gut, dass es dem Landkreis und der Stadt Regensburg schon 1 Million Euro, dem Freistaat Bayern sogar 1,6 Millionen Euro wert ist.

Zeitgleich veranstaltet der Bund für Geistesfreiheit (bfg) Bayern den „Humanistentag 2014“ mit Vorträgen rund um das Thema Menschenrechte und den kritischen Umgang mit Religion – ebenfalls in Regensburg. Für diese Veranstaltung hat der bfg einen Zuschuss in Höhe von rund 40.000 Euro beantragt. Das wäre – gemessen an den zu erwartenden Besucherzahlen – eine vergleichbare Summe zu den Zuschüssen zum Katholikentag.

Sowohl der ehemalige Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), als auch die bayerische CSU-Landesregierung lehnten Zuschüsse zum Humanistentag jedoch rundheraus ab.

Dieses Vorgehen kritisiert Benedikt Pirk, stellvertretender Vorsitzender der Regensburger Piraten: „Hier sieht man, wie in einem eigentlich säkularen Staat eine bestimmte Religion bevorzugt wird. Es gibt keinen rechtlichen oder ideologischen Grund, Humanisten nicht ebenso zu unterstützen, wie in diesem Fall Katholiken.“

Die Piratenpartei kritisiert die Privilegierung der traditionellen christlichen Kirchen in Deutschland, welche mit der grundgesetzlichen Religionsfreiheit nicht vereinbar ist. Ein säkularer Staat erfordert die strikte Trennung von religiösen und staatlichen Belangen, auch finanziell.

Daher fordert die Piratenpartei die Abschaffung finanzieller und struktureller Privilegien gegenüber einzelnen Glaubensgemeinschaften.


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